Dethleffs c.core: Wie die Camperstudie das autarke Reisen neu definiert
Laut Promobil handelt es sich ausdrücklich nicht um einen Serien-Neuzugang, sondern um ein Experimentierfeld für künftige Wohnmobile.

Wie Promobil berichtet, hat Dethleffs auf dem Caravan Salon in Düsseldorf die Konzeptstudie c.core vorgestellt. Das Fahrzeug bündelt eine Reihe von Ideen zu Leichtbau, Energie- und Wassermanagement mit dem Ziel maximaler Autarkie – inklusive einer Solarblume und eines neuen Wasserkreislaufs. Laut Promobil handelt es sich ausdrücklich nicht um einen Serien-Neuzugang, sondern um ein Experimentierfeld für künftige Wohnmobile.
Aufbau: Necto und recycelte Dämmung
Der Aufbau besteht aus dem Leichtbau-Material Necto. Dethleffs nutzt dabei Alublech, das nicht als durchgehende Platte eingesetzt wird: In die Bleche werden gezielt Öffnungen gefräst, die Elemente anschließend geprägt, geformt und miteinander verbunden. Das Ergebnis ist laut Hersteller eine steife Struktur mit bionischer Anlehnung an Knochenprofile. Erste Berechnungen beziffern das Einsparpotenzial allein im Aufbau eines sieben Meter langen Wohnmobils auf 25 bis 45 Kilogramm. Zusätzlich ermöglicht Necto abgerundete Kanten und Winkel, vergleichbar mit einem Monocoque-Aufbau – weniger anfällige Verbindungskanten inklusive.
Als Dämmung dienen rund 45 Quadratmeter recyceltes PET, was nach Herstellerangaben dem Material aus etwa 1.800 gebrauchten PET-Flaschen entspricht. Eingeschlossene Luftschichten zwischen den Materialien unterstützen die Wärmedämmung. Mit 2 Metern Breite bleibt der c.core außen kompakt.
Innenraum: Fläche nur bei Bedarf
Innen verfolgt Dethleffs das Prinzip, Fläche nur dann zu belegen, wenn sie gebraucht wird. Der Tisch kommt erst in Position, wenn er tatsächlich zum Einsatz kommt. Die modulare Sitzlandschaft lässt sich über flexible Polsterelemente von der klassischen Sitzgruppe zur Lounge oder zur Liegefläche umbauen. Unter einer verschiebbaren Arbeitsfläche sitzt ein vollflächiges Induktionskochfeld; sichtbar sind nur zwei Punkte, die die Kochflächen markieren. Im Bad integriert die Studie eine Clesana Porta-Potti-Lösung, die hinter der Wand sitzt und herausgezogen wird. Integrierte Staufächer und Auszüge sollen Ordnung schaffen, ohne den Raum mit zusätzlichem Möbelvolumen zu blockieren.
Einordnung für die Praxis
Der c.core reiht sich in Dethleffs' Studienprogramm ein: Bereits auf der CMT 2026 zeigte der Hersteller mit dem C.Fold einen Klappwohnwagen, dazu kam das Elektrowohnmobil E.home Eco. Für Käufer bleibt der c.core vorerst nicht greifbar. Interessant ist die Studie als Indikator dafür, welche Techniken in den nächsten Serienmodellen auftauchen könnten – insbesondere das Necto-Verfahren, die modularen Innenraumlösungen sowie die Ansätze beim Energie- und Wassermanagement. Wer aktuell auf Autarkie und geringes Gewicht setzt, sollte beobachten, ob und wann einzelne Bausteine in die Serienproduktion wandern.