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Neue Ausreisebeschränkungen: China verschärft die Reisefreiheit für eigene Bürger

Wie die BBC berichtet, hat China neue Regeln erlassen, die das Reisen seiner Bürgerinnen und Bürger drastisch einschränken.

aktualisiert 20. September 2026

Neue Ausreisebeschränkungen: China verschärft die Reisefreiheit für eigene Bürger

Wer im Ausland als Bedrohung für die nationale Sicherheit oder die industrielle und technologische Stärke des Landes eingestuft wird, dem kann das Verlassen Chinas für bis zu drei Jahre untersagt werden. Für uns, die wir Freiheit buchstäblich auf vier Rädern leben, ist das mehr als eine Randnotiz – es ist ein Signal, das wir ernst nehmen sollten.

Was die neuen Regeln konkret bedeuten

Nach den BBC-Recherchen müssen Grenzbeamte chinesische Staatsangehörige künftig aktiv vor Reisen in Länder und Regionen warnen, die als "Hochrisiko" gelten. Wer als Risiko für die industrielle oder technologische Sicherheit Chinas eingestuft wird – die BBC nennt Halbleiter und KI als besonders überwachte Branchen –, dem droht ein Ausreiseverbot von bis zu drei Jahren. Bereits im März sollen laut Bericht die Mitgründer des KI-Unternehmens Manus an der Ausreise gehindert worden sein, nachdem das Startup von Meta übernommen worden war.

Die Vorgeschichte ist ernüchternd. Schon vor den neuen Regeln mussten zahlreiche Beschäftigte im öffentlichen Dienst ihre Reisepässe bei ihren Arbeitgebern abgeben. Ein ehemaliger Basisbeamter aus der Provinz Anhui berichtete der BBC, sein Pass liege noch immer beim früheren Arbeitgeber – obwohl er seit dem vergangenen Jahr im Ruhestand ist. Reiseanträge mussten begründet werden, Familienbesuche wurden eher genehmigt als touristische Trips. Ein Mitarbeiter eines staatlichen Finanzinstituts in Peking schilderte gegenüber BBC Chinese, Japan zähle zu den Ländern, die intern als tabu gelten. Es gehe, so der Beamte aus Anhui, vor allem darum, korrupte Funktionäre an der Flucht oder am Transfer von Vermögen ins Ausland zu hindern – bei höheren Beamten auch darum, die Weitergabe von Staatsgeheimnissen zu verhindern.

Warum uns das auf Achse etwas angeht

Wir leben das, was in Peking gerade zur Mangelware wird: freie Bewegung. Die neuen chinesischen Regeln treffen zwar in erster Linie chinesische Staatsangehörige, aber sie erzählen eine Geschichte, die wir auf unseren Routen längst beobachten – Grenzen werden enger, Bürokratie wird dichter, Kontrolle wird selbstverständlicher.

Für alle, die eine China-Etappe planen oder mit chinesischen Behörden in Kontakt kommen, heißt das: Pragmatismus ist Pflicht. Pässe sicher verwahren, Kopien getrennt vom Original lagern, sich vor jedem Grenzübertritt erkundigen, ob sich die Lage verändert hat. Das klingt nach Vanlife-Grundregel – und ist gerade deshalb so aktuell. Wer mit chinesischen Gesprächspartnern, Geschäftskontakten oder Reisebegleitungen zu tun hat, sollte sich zudem darauf einstellen, dass Themen wie Halbleiter, KI und technologische Souveränität sensibel liegen können.

Der größere Rahmen

Tom Kellogg, Direktor des Center for Asian Law an der Georgetown University, ordnet die Entwicklung laut BBC als zutiefst beunruhigend ein und verweist auf die Ära unter Mao Zedong, als China weitgehend von der Welt abgeschnitten war. Erst durch die Reform- und Öffnungspolitik der 1990er-Jahre wurde internationales Reisen für viele Chinesinnen und Chinesen überhaupt zur Normalität. Die staatliche Plattform Piyao hält dagegen, die neuen Regeln richteten sich nicht gegen normale Bürger, sondern dienten dem Schutz vor Hochrisikozielen und Menschen mit ungewöhnlichen Reisemustern – etwa Personen, die in betrügerische Netzwerke oder illegale Glücksspielstrukturen im Ausland gelockt würden.

Wir atmen durch, wir bleiben in Bewegung. Aber wir bleiben auch wachsam. Denn Freiheit ist nichts, was man voraussetzen darf – sie hält nur so lange, wie wir uns aktiv für sie entscheiden.