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Vietnam auf Schienen: Warum Zugreisen das neue Abenteuer sind

Stunden im Stau, Navi streikt, der Kaffee längst kalt — wir kennen alle diese Tage. Umso aufmerksamer lesen wir, wenn Lonely Planet laut der vietnamesischen Tourismusbehörde Vietnams Bahnreisen als Geheimtipp ins Rampenlicht rückt.

aktualisiert 19. September 2026

Vietnam auf Schienen: Warum Zugreisen das neue Abenteuer sind

Klingt erstmal weit weg vom Stellplatz, ist aber ein echter Denkanstoß für alle, die in Südostasien nicht nur die bekannten Asphalt-Schleifen abklappern wollen.

Was die Strecke so besonders macht

Wenn ein Verlag wie Lonely Planet eine Bahnstrecke in den Vordergrund rückt, geht es selten um Geschwindigkeit. Es geht um das, was neben dem Fenster passiert: Reisfelder, die sich an Berghänge schmiegen, Fischerboote am Mekong, kleine Bahnhöfe, an denen das Leben einfach weitergeht, während der Zug durchrollt. Genau diese Art von Reisen ist es, die uns Van-Leute auf Schienen neugierig macht — auch wenn wir sonst lieber selbst lenken. Das Schöne an der Bahn: Ihr könnt einfach sitzen, gucken, fotografieren, ohne euch um Spuren, Gegenverkehr oder die nächste Parklücke zu scheren. Wer die Reise als Teil des Erlebnisses begreift, gewinnt auf der Schiene oft mehr, als das Navi einem je versprochen hat.

Drei Länder an einem Tag — die Lehre aus der Straße

Dass Südostasien sich hervorragend kombinieren lässt, zeigt eine Überland-Route, die kürzlich durch vietnamesische und thailändische Medien ging: Von Dong Ha in Zentralvietnam geht es über den Grenzübergang Lao Bao nach Savannakhet in Laos und weiter über die Zweite Thai-Lao-Freundschaftsbrücke nach Mukdahan in Thailand. Rund 350 Kilometer, gut fünf Stunden Fahrt, und ihr habt Frühstück in Vietnam, Mittag in Laos und Abendessen in Thailand. Für uns ist das kein PR-Gag, sondern ein echtes Argument gegen die Idee, ein Land nach zwei Wochen abzuhaken. Wer unterwegs sowieso einen Tagestrip macht, sollte bewusst Pausen setzen — die Reizüberflutung ist echt, und nicht jede Station braucht einen vollen Museumsbesuch. Lieber einmal anhalten, zuhören, essen, weiter.

Was ihr realistisch einplanen müsst

Wer Vietnam per Zug erkunden will, sollte die Trockenzeit im Auge behalten, sich Tickets vor allem auf den beliebten Strecken früh sichern und ehrlich abschätzen, wie viel Geduld ihr für nächtliche Liegewagen mitbringt. Für die Kombination mit einem Roadtrip empfiehlt sich ein einfaches Prinzip: Zug dorthin, wo die Straße aufhört spannend zu werden, Mietfahrzeug oder gebuchter Transfer für die Grenzabschnitte. Dokumenten-Check, Visum und Meldebescheinigungen vorher klären, Wechselgeld in kleinen Scheinen bereithalten, Snacks und Wasser im Rucksack. Und ehrlich mit euch selbst sein: Nicht jeder mag elf Stunden im Waggon. Wenn ihr wisst, dass ihr es nicht mögt, splittet die Strecke — die Bahn verlangt keine Heldenreise. Durchatmen, Pragmatismus, weiter. Die Romantik kommt von allein, wenn die Landschaft am Fenster vorbeizieht.