Women, Wild & Wise: Sechs Tage in der unberührten Wildnis von Flinders Island
Wer beim Reisen lieber auf das hört, was das Land selbst erzählt, darf kurz durchatmen: Auf Flinders Island vor Tasmanien plant die Wildnisführsurin und „Alone Australia"-Zweitplatzierte Suzan Muir im März 2027 ein sechstägiges Outdoorerlebnis nur für Frauen.

Wie das australische Reiseportal psnews.com.au berichtet, bringt sie dafür eine kleine Gruppe nach Flinders Island – zu Fuß über Granitberge, windgepeitschte Strände, Küstenheiden und an die einsame Nordküste, mit Workshops und ehrlichem Innehalten.
Sechs Tage raus aus dem Alltag
Das Format heißt „Women, Wild & Wise" und läuft vom 7. bis 12. März 2027 zusammen mit Tasmanian Expeditions. Es geht nicht um weggestemmte Kilometer, sondern ums Gehen, um Gespräche am Feuer und um bewusstes Wahrnehmen von Natur – also genau das, was wir oft im Camper oder Zelt suchen, nur konzentrierter und mit klarem Rahmen. Muir will vor allem ihre Jahrzehnte an Erfahrung in autarker Lebensweise weitergeben: Selbstversorgung, Resilienz, das Vertrauen in die eigene Stärke. Für sie hat das gemeinsame Unterwegssein in der Wildnis einen eigenen Wert – wer dem Lärm des Alltags für eine Woche entkommt, hört plötzlich wieder hin, auf die Natur und aufeinander.
Wer da eigentlich führt
Suzan Muir lebt mit ihrem Mann Jon Muir – Everest-Bezwinger, beide Pole, Überquerung Australiens zu Fuß – in den abgelegenen Grampians in Victoria. Das Paar führt seit Jahren immersive Wilderness-Erfahrungen und vermittelt genau die Skills, die wir vom Van- und Off-Grid-Leben kennen: Vorratsplanung, Wasserquellen lesen, Ruhe bewahren, wenn nichts mehr klappt wie geplant. Bekannt wurde Suzan einem breiten Publikum über „Alone Australia": 63 Tage allein auf der Südinsel Neuseelands, bei Hunger, Krankheit und Kälte, während die Hälfte der Mitstreiter schon in den ersten zehn Tagen aufgab. Bei ihr bucht man also keine Influencerin, sondern eine Frau, die selbst weiß, wie sich Wochen ohne Komfort anfühlen.
Was bleibt für uns
Für euch, die ihr mit Van oder Zelt unterwegs seid, ist das weniger eine Werbung als ein Kompass. Flinders Island zeigt, wohin sich alternatives Reisen gerade bewegt: weg vom bloßen Abhaken, hin zu Formaten, in denen Gemeinschaft, Land und Selbstwirksamkeit zusammengehören. Wer Tasmanien oder vergleichbare Programme ins Auge fasst, sollte früh klären, was Wilderness-Touren vor Ort tatsächlich kosten, wie Anreise und Logistik aussehen und welche Versicherungen für entlegenes Terrain sinnvoll sind. Wenn eine geführte Tour nicht passt, nehmt die Idee trotzdem mit – mehr draußen, mehr abschalten, mehr voneinander lernen, das geht auf jedem Parkplatz, an jedem Feuer und bei jedem Spaziergang ohne Empfang.