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Nepal nach der Flut: Welche Trekkingrouten sicher sind und wo Sperrungen drohen

Wenn die US-Botschaft in Nepal eine Naturkatastrophen-Warnung verschickt, dann ist das nicht nur ein Hinweis für Expeditionsbergsteiger.

aktualisiert 04. September 2026

Nepal nach der Flut: Welche Trekkingrouten sicher sind und wo Sperrungen drohen

Die anhaltenden Überschwemmungen und Reisebehinderungen treffen Routen, die viele von euch auf der Karte haben – und was gerade geht und was nicht, ist gerade eine reine Pragmatismus-Frage.

Was gerade in Nepal passiert

Auslöser war nach Berichten ein sogenannter Glacial Lake Outburst Flood, kurz GLOF – ein Gletschersee, der aufbrach und seine Wassermassen durch das Bhote-Koshi- und das Trishuli-Tal wälzte. Nepal sucht weiter nach Überlebenden und birgt die Toten. Über hundert Touristinnen und Touristen waren in dem Moment Richtung Langtang oder Mount Kailash unterwegs, als die Flut kam. Der Trekkingverband TAAN hat bislang 36 Mitarbeitende aus fünf Trekkingunternehmen als vermisst gemeldet; die Zahl kann sich noch ändern, weil die Firmen ihre Listen weiter abgleichen.

Was gesperrt ist – und wo es weitergeht

Die gesamte Langtang-Region ist aktuell isoliert. Laut dem Kathmanduer Anbieter Nepal Peak Adventure sind gesperrt: das Langtang-Tal, Gosaikunda, der Tamang Heritage Trail, der Helambu Circuit, das Ruby Valley und die Überlandroute nach Kailash über Rasuwagadhi. Schwer beschädigt sind der Ausgangsort Syabrubesi und die Pasang Lhamu Highway. Flussabwärts stehen Nuwakot, Dhading, Gorkha und Chitwan weiter unter Beobachtung.

Für alle, die trotzdem in die Berge wollen, eine gute Nachricht: Die Hochgebirgsregionen liegen in anderen Wassereinzugsgebieten und laufen normal. Khumbu/Everest, Manaslu, der Annapurna Circuit, Mustang, Dolpo und Kangchenjunga sind erreichbar. Sieben Summit Treks, einer der großen Anbieter im Land, hat Kundinnen und Kunden informiert, dass Expeditionen und Treks in Manaslu, Dhaulagiri und Ost-Nepal für den Herbst stattfinden. Allein für Manaslu hat das nepalesische Tourismusministerium in dieser Saison 18 Teams mit 219 ausländischen Bergsteigerinnen und Bergsteigern genehmigt. Hintergrund: China hat bestätigt, dass Shisha Pangma und Cho Oyu in diesem Jahr geschlossen bleiben – einige Teams weichen deshalb nach Manaslu aus. Die Expedition Operators Association schickt gerade Sherpas los, um die Seilroute zu fixieren; mit dem dritten Septemberwochenende könnte der Weg bis zum Gipfel stehen.

Was ihr gerade tun solltet

Haltet euch an die Reisehinweise eures eigenen Landes – die australische Smartraveller rät bereits, Reisen nach Nepal zu überdenken. Prüft konkret, ob eure Route durch eines der genannten Täler führt, ruft euren lokalen Anbieter an, plant Pufferzeit ein. Infrastruktur und Internet sind in Nepal ohnehin schon eine Nervenprobe – nach einer Flut sind sie es noch mehr.

Und falls ihr euch fragt, ob Reisen in solche Regionen gerade sinnvoll ist: Die Branche dort sagt ja. Die Hochsaison beginnt, und die Menschen vor Ort brauchen Gäste, keine Isolation. Aber geht mit offenen Augen hin, nicht mit dem Hochglanz im Kopf. Pragmatismus schlägt Abenteuerromantik – das ist die Wahrheit, mit der wir am Stellplatz jeden Morgen aufstehen.